TROPOS misst Erfolg der Leipziger Umweltzone

  • Gebiet Umweltzone (Grafik: Stadt Leipzig), Quelle: Wolfram Birmili/TROPOS

  • LfULG Messstation Mitte, Quelle: Wolfram Birmili/TROPOS

  • LfULG Messstation Grünfläche, Quelle: Wolfram Birmili/TROPOS

Gute Luft in Städten ist mit ausschlaggebend für die menschliche Lebensqualität. In Europa ist vor allem der Feinstaub (Aerosolpartikel) in den Blickpunkt gerückt, denn er verursacht volkswirtschaftlich spürbare Gesundheitsbeeinträchtigungen in der Bevölkerung. In vielen Städten, so auch in Leipzig, werden Feinstaubmesswerte (PM10) oberhalb der zulässigen Grenzwerte registriert. EU Umweltkommissar Potočnik hat unter anderem deshalb 2013 als „Jahr der Luft“ ausgerufen. Umweltzonen stellen einen Versuch der Kommunen dar, durch eine beschleunigte Erneuerung der Fahrzeugflotte die Feinstaubemissionen des Straßenverkehrs zu reduzieren.

Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) unterstützt in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) den Handlungsbedarf von EU-Mitgliedsstaaten und Kommunen, indem in Leipzig seit 2010 umweltanalytische Sondermessungen an Brennpunkten der Luftqualität durchgeführt werden. Spezielle Instrumente weisen z.B. Anteile von Dieselruß im Feinstaub nach und erweitern die Möglichkeiten der gesetzlichen Luftgütemessungen deutlich.

 In Leipzig konnte als Folge der Umweltzone eine Abnahme der Rußbelastung im Feinstaub an der Straße um ca. ein Drittel nachgewiesen werden. Das Rußpartikel die Hautträger toxische Stoffe sind, kann somit auch eine Verminderung der Toxizität des Feinstaubes angenommen werden. Das Projekt macht also den Nutzen der Umweltzone für die Bevölkerung sichtbar, obwohl dies mit den offiziellen Feinstaubparametern PM10 nicht gelingt.

Diese europaweit einmalige Leipziger Studie trägt auch dazu bei, mit neuen fachlichen Argumenten die überhitzte Diskussion zum Für und Wider der Umweltzonen zu versachlichen.

Auschnitt aus einem eingesetzten Partikelgrößenspektrometer (sog. TDMPS), welches Aerosolpartikel zwischen den Größen 3 bis 800 nm messen kann

Das Forschungsprojekt „Leipziger Umweltzone“ benutzt Messtechnik, die in ihrer jetzigen Form vom Forschungsinstitut TROPOS im eigenen Haus entwickelt wurde (Partikelgrößenspektrometer, sog. TDMPS- und SMPS-Instrumente). Die Herangehensweise, spezifische Bestandteile des Feinstaubes wie Ruß und ultrafeine Partikel in hoher Zeitauflösung zur Bewertung einer Umweltzone zu untersuchen europaweit einzigartig. Der Umsetzungsgrad ist hoch, weil diese Messtechnik bereits seit Projektbeginn 2010 an mehreren atmosphärischen Messstationen in Leipzig implementiert wurde.