Pressekonferenz zum zweijährigen Bestehen der Leipziger Umweltzone, 06. März 2013

  • Prof. Dr. Alfred Wiedensohler/TROPOS, Quelle: Tilo Arnhold/TROPOS

  • Heiko Rosenthal, Bürgermeister für Umwelt, Ordnung, Sport der Stadt Leipzig, Quelle: Tilo Arnhold/TROPOS

Die Einrichtung der Umweltzone in Leipzig am 01. März 2011 war eine Kernmaßnahme der insgesamt 48 kurz-, mittel- und langfristig wirkenden Maßnahmen des Luftreinhalteplans.

„Der Luftreinhalteplan mit der Einzelmaßnahme Umweltzone dient vor allem dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung“, konstatiert Heiko Rosenthal, Bürgermeister für Umwelt, Ordnung, Sport der Stadt Leipzig. „Speziell die Umweltzone bewirkt jedoch mehr, als sich aus den von gesetzlicher Seite vorgegebenen Messungen ablesen lässt. Ihre Wirkung resultiert dabei aus dreierlei Effekten: der Nachrüstung älterer Dieselfahrzeuge mit einem Rußpartikelfilter, der Erneuerung und Verjüngung der Fahr-zeugflotte sowie der immer stärkeren Nutzung des Umweltverbundes.“ Einen gesundheitsrelevanten Effekt der Umweltzone Leipzig hat das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung nachgewiesen. „In Leipzig-Mitte am Ring wurde ein Rückgang des schwarzen, toxischen Kohlenstoffs, also Ruß, von circa 30 Prozent gemessen“, sagt Prof. Dr. Alfred Wiedensohler, Leiter der Abteilung Aerosole und Wolken am Leibniz-Institutfür Troposphärenforschung e. V.. „Diese Minderung in der Rußkonzentration an der Straßehängt direkt mit dem Rückgang der dieselbetriebenen Fahrzeuge und der veränderten Fahrzeugflotte zusammen. Ein Rückgang der Rußkonzentration von 1 μg pro Kubikmeter führt allerdings nur zu einer Minderung von wenigen Überschreitungstagen. Die Minderungder Toxizität des Feinstaubes an der Straße ist jedoch signifikant, da die toxischen Stoffe hauptsächlich auch in Verbindung mit Rußpartikeln stehen."

Die Erfahrung in Leipzig zeigt, dass sich die Luftqualität durch konsequent umgesetzte Maßnahmen, die gezielt auf die Minderung der Rußemissionen des Straßenverkehrs gerichtet sind, verbessern lässt“, sagt Dorothee Saar, Leiterin der Abteilung Verkehr und Luftreinhaltung im Berliner Büro des Deutsche Umwelthilfe e. V.. „Aktuelle Untersuchungen nennen Ruß als Klimatreiber an zweiter Stelle nach Kohlendioxid. Der Kampf gegen Ruß dient also sowohl dem Gesundheits-, als auch dem Klimaschutz. Die Ergebnisse zeigen auch, dass eine Maßnahme allein, und sei sie noch so effektiv wie die Umweltzone, nicht ausreicht, um dauerhaft die Einhaltung der Grenzwerte sicherzustellen.“Der 2009 in Kraft gesetzte Luftreinhalteplan der Stadt Leipzig soll neben der Rußminderung vor allem absichern, dass der vorgegebene Grenzwert für das Tagesmittel an Feinstaub in Höhe von 50 μg pro Kubikmeter nicht mehr als 35 mal im Kalenderjahr überschritten wird. Daneben gilt es, den Jahres-grenzwert für Stickstoffdioxid in Höhe von 40 μg pro Kubikmeter zu unterschreiten. Einen wesentlichen Einfluss auf die Messergebnisse, insbesondere auf die Feinstaubbelastung, hat jedoch auch das Wetter, welches indirekt die Wahrnehmung der Wirkung von Luftreinhaltemaßnahmen wie die der Umweltzone in der Öffentlichkeit beeinflusst. Auch eine wetterbedingt höhere Belastung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch das Wirken der Luftreinhaltemaßnahmen,das Konzentrationsniveau der kanzerogenen Feinstaubpartikel bereits erfolgreich gesenkt wurde. Im Ergebnis steht damit eine höhere Luftqualität.