Infos & Hilfe
bei Belästigung und Gewalt

Diskriminierung als solche zu erkennen und sich dagegen zu wehren kostet Mut und Kraft.

Doch eine deutliche Gegensprache oder Beschwerde schadet weder dem eigenen Ruf noch der eigenen Karriere. Ausschließlich die diskriminierende Person ist für ihr Handeln verantwortlich. Meist sind diese schon vorher negativ aufgefallen, ohne dass ihnen jemand entgegengetreten ist. Darum nehmen Sie Ihre Gefühle ernst und reagieren Sie entscheiden. Sie müssen damit nicht alleine umgehen.

 

Nehmen Sie Kontakt zu anderen Personen auf – z.B. zu Mitarbeitenden, dem Betriebsrat, der Institutsvertretung oder den Gleichstellungsbeauftragten. Dies gilt ebenso für den Fall, dass Sie nicht selbst betroffen sind, jedoch den Eindruck haben, eine andere Person könnte im beruflichen oder privaten Kontext Diskriminierungen, sexueller Belästigung oder (sexualisierter) Gewalt ausgesetzt sein.

Die Gleichstellungsbeauftragten sind zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet und möchten Sie bestmöglich unterstützen.


Gemeinsam kann der Konfliktfall besprochen und aufgearbeitet werden, unter Umständen auch in Kooperation mit externen Beratungsangeboten. Auf Wunsch stellen die Gleichstellungsbeauftragten auch Kontakt zu Fachstellen oder Therapeut:innen her und begleiten zum Beispiel Gespräche mit Kolleg:innen oder Vorgesetzten. Genauso ist die Organisation einer institutsinternen Mediation möglich - am TROPOS gibt es dazu eine zweistufige Konfliktlösestrategie.
Darüber hinaus helfen die Gleichstellungsbeauftragten auch dabei, wenn juristische Schritte eingeleitet werden sollen.

 

Manchmal werden Hilfsangebote auch aus Schuld- oder Schamgefühlen nicht in Anspruch genommen. Doch Betroffene:r von Diskriminierung, Sexismus, Belästigung oder Gewalt zu werden, ist niemals die eigene Verantwortung. Auch, wenn das Gegenüber vielleicht den Eindruck vermittelt, man habe lediglich "empfindlich" reagiert und müsse etwa anzügliche Bemerkungen einfach "aushalten" können - das müssen Sie nicht.

Infos zu weiteren Anlaufstellen finden sich am Ende dieser Seite.

 


Selbsthilfe in der Situation:

Wehren Sie sich, sofern es Ihnen möglich ist, gegen sexualisierte Diskriminierung bzw. Gewalt im Arbeitsumfeld:
 

  • Treten Sie der diskriminierenden Person entschieden, ruhig und souverän entgegen
  • Sprechen Sie so laut, dass das Umfeld es mitbekommt
  • Bitten Sie Ihr Umfeld um Hilfe
  • Machen Sie der betreffenden Person deutlich, dass Sie sich auf Grund ihres Verhaltens unwohl fühlen oder Sie sich sexuell diskriminiert fühlen
  • Kündigen Sie Konsequenzen an
  • Führen Sie ein Gedächtnisprotokoll, um die Übergriffe zu dokumentieren
  • Suchen Sie eine Person Ihres Vertrauens auf, um gemeinsam die weiteren Schritte zu planen

Sexismus

 

Wird eine Person oder eine Gruppe aufgrund ihres Geschlechts abgewertet, verletzt oder unterdrückt, kann dies auch als Sexismus bezeichnet werden.

Eine Person erfährt eine weniger günstige Behandlung, als eine andere Person in einer vergleichbaren Situation erfahren hat oder erfahren würde.

Im beruflichen Kontext betrifft dies beispielsweise die Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen einer Arbeitsstelle, die beruflichen Aufstiegschancen, die allgemeinen Arbeitsbedingungen oder das Arbeitsentgelt. So ist der Arbeitsplatz der zweithäufigste Ort, an dem Sexismus erlebt wird – oft durch Kolleg:innen oder Vorgesetzte.
Im Alltag äußert sich Sexismus auch in Bemerkungen im persönlichen Gespräch oder in Hand- oder Körperbewegungen ohne oder mit körperlicher Berührung. Auch in digitalen Netzwerken, E-Mails, Briefen oder Telefonaten wird Alltagssexismus erlebt.

 

Sexuelle Belästigung
 

Wenn unerwünschte Verhaltensweisen aufgrund des Geschlechts einer Person bezwecken oder bewirken, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, handelt es sich um eine sexuelle Belästigung – dies kann Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen oder Beleidigungen beinhalten.

 

Formen von sexualisierter Diskriminierung bzw. Gewalt können sein:
 

  • unerwünschte sexuelle Hand­lungen
  • Aufforderungen zu unerwünschten sexuellen Handlungen
  • Versprechen beruflicher Belohnungen im Gegenzug für sexuelle Gefälligkeiten
  • Androhung beruflicher Konsequenzen, wenn sexuelle Forderungen nicht erfüllt werden
  • unerwünschte sexuell bestimmte körper­liche Berührungen
  • (scheinbar zufällige) sexuell bestimmte körperliche Berührungen
  • Unerwünschte Bemerkungen, Beschimpfungen, Witze, Gesten oder sonstige nonverbale Kommunikation mit sexuellem Bezug über Personen, ihren Körper, ihr Verhalten oder ihr Intimleben
  • uner­wünschtes Zeigen oder Anbringen pornographischer oder sexistischer Darstellungen
  • Verfolgung mit sexuellem Hintergrund

 

Verbot von Diskriminierung und Gewalt

 

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet die Benachteiligung einer Person wegen ihrer (auch unterstellten) ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

Auch verbieten der Gleichstellungsplan sowie die Betriebsvereinbarung Sozialer Umgang sexualisierte Diskriminierung und Gewalt am Tropos.

Abgesehen von dienstrechtlichen Konsequenzen wird sexualisierte Belästigung gemäß §184i Strafgesetzbuch (StGB) seit 2016 strafrechtlich verfolgt.


 

Externe Angebote

 

Möchten Sie lieber nicht mit einer institutsangehörigen Person sprechen, sind vielleicht die folgenden Links dabei hilfreich, passende Information & Unterstützung zu finden:

 

Antidiskriminierungsbüro Sachsen
www.adb-sachsen.de/de

Bund für Anti-Diskriminierungs- und Bildungsarbeit
bdb-germany.de/de/beratung/

Frauenberatung Leipzig
www.frauenberatung-leipzig.de

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon.html

Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen
www.gib-dich-nicht-geschlagen.de/beratungsstellen/

Lemann – Netzwerk Jungen- und Männerarbeit Leipzig
www.lemann-netzwerk.de/index.php

Opferhilfe Sachsen (Beratungsstelle Leipzig)
www.opferhilfe-sachsen.de/kontakt/leipzig/

RosaLinde Leipzig – Queerpolitische Beratung für LSBTIQA*
www.rosalinde-leipzig.de/de/beratung/beratung-in-leipzig/

SUPPORT Leipzig – Beratung für Betroffene rechter Gewalt
www.raa-sachsen.de/support/beratung

Suse – sicher und selbstbestimmt (Frauen und Mädchen mit Behinderungen)
bff –  Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe
www.suse-hilft.de/de/

Unterstützung von Migrant*innen (Beratung in Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Portugiesisch und Arabisch)
www.binational-leipzig.de/index.php/angebote.html

Beratungsstelle für Männer und Frauen, die selbst psychische und/ oder physische Gewalt in ihrem häuslichen Umfeld ausüben
www.triade-le.de