Forschungsstation Melpitz um Fernerkundungsmessungen erweitert
Leipzig, 13.02.2026 – Birgit Heese
National Facilities für Aerosol- und Wolken-Fernerkundung (Aerosol Remote Sensing (ARS) und Cloud Remote Sensing (CRS)
Die beiden neuen ACTRIS-Messcontainer - bestückt mit bodengebundenen Fernerkundungs- Instrumenten zur Beobachtung von Aerosolen und Wolken - wurden Ende Januar 2026 erfolgreich zur Forschungsstation Melpitz des TROPOS transportiert und in Betrieb genommen. Damit wird die Messstation Melpitz, an der bisher in der Hauptsache Aerosole und Spurengase in Bodennähe gemessen wurden, nun um vertikale Messprofile in der gesamten Troposphäre und darüber hinaus erweitert.
Ein Container beherbergt das Mehrwellenlängen-Raman-Lidar PollyXT zur Messung der optischen Eigenschaften von Aerosolen, Wolken und Wasserdampf in 13 Kanälen. Der neueste Kanal, ein Dual-field-of-View Kanal (DFOV) ermöglicht sogar die Bestimmung der Anzahl von Flüssigwassertropfen in Wolken. Diese Lidar-Messungen werden automatisch an einen Datenserver am TROPOS geschickt, ausgewertet und die Ergebnisse werden auf der PollyNET-Webseite polly.tropos.de dargestellt.
Auf dem anderen Container ist das Wolkenradar MIRA-35 und ein Wasserdampf-Radiometer HATPRO G5 installiert. Zur Erfassung der Regenmengen ist auf dem Dach des Lidar-Containers ein Regensammler und ein Distrometer installiert. Zur Station gehören noch weitere Fernerkundungsinstrumente wie ein Windlidar zur Erfassung der Vertikalbewegungen, ein Sonnenphotometer zur Messung der Aerosol Optischen Dicke (AERONET) und ein Ceilometer, dessen Messungen der Grenzschichthöhe zum DWD-Messnetz E-profile beitragen. Ergänzend werden im Laufe des Frühjahrs noch die Strahlungsmessgeräte der Satellitenreferenz Station aufgebaut.
Die beiden Container bilden nun im Rahmen von ACTRIS die National Facilities für Aerosol- und Wolken-Fernerkundung (Aerosol Remote Sensing (ARS) und Cloud Remote Sensing (CRS). Die Finanzierung des Projekts wurde im Rahmen von ACTRIS-D von BMFTR und FONA gefördert. ACTRIS-D ist der deutsche Beitrag zur Europäischen Forschungsinfrastruktur ACTRIS, die kurzlebige Klimafaktoren wie Aerosole, Wolken und Spurengase untersucht.
Die Forschungsstation Melpitz ist nicht nur für Deutschland von Bedeutung, sondern darüber hinaus: Sie ist Teil des Europäischen Monitoring- und Evaluierungsprogramms (EMEP), einem wissenschaftlichen Programm zur Bekämpfung grenzüberschreitender Luftverschmutzung unter dem UN-Übereinkommen über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung (CLRTAP). Und Melpitz ist auch eine Regionalstation im globalen Atmosphärenbeobachtungsprogramm GAW der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).
Birgit Heese