Klimawandel trotz Corona weiterhin wichtiges Thema

Auch wenn die momentane Krise rund um Covid-19 die Medien und uns alle stark beschäftigt, so geht doch auch der Klimawandel weiter. Die Krise rund um Covid-19 kann den Klimawandel nicht nennenswert abschwächen, auch wenn momentan durch den Rückgang der weltweiten Wirtschaft auch ein Rückgang in der aktuellen Luftverschmutzung zu sehen ist (z.B. in China https://www.mdr.de/wissen/umwelt-profitiert-von-corona-100.html). Aber die Ansammlung von Treibhausgasen in der Atmosphäre seit Beginn des Klimawandels ist so stark, dass sich die Covid-19-Krise wenig auf die gesamte Menge der atmosphärischen Treibhausgase auswirkt (nur in Englisch: https://scripps.ucsd.edu/programs/keelingcurve/2020/03/11/what-does-it-take-for-the-coronavirus-or-other-major-economic-events-to-affect-global-carbon-dioxide-readings/).

 

Auch 2020 startete wieder mit 3 Monaten, deren mittlere Temperaturen deutlich über denen der langjährigen Mittelwerte lagen (monatlicher Wetterstatus Deutschland des DWD: https://www.dwd.de/DE/leistungen/pbfb_verlag_monat_klimastatus/monat_klimastatus.html). In vielen Gegenden Deutschlands gab es im Winter keinen Schnee. Seit Mitte März fiel kaum Niederschlag, und bereits jetzt, Mitte April, sind die Böden schon wieder zu trocken (https://twitter.com/DWD_klima/status/1250065070241038336). Auch wenn unklar ist, wie trocken der Sommer 2020 werden wird: ein trockener April allein kann den Landwirten Probleme bereiten, besonders in Regionen mit leichten sandigen Böden wie etwa in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns oder in Brandenburg, so das Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (https://www.tagesschau.de/faktenfinder/inland/duerresommer-101.html). Der Klimawandel geht weiter, und wir müssen unser Verhalten grundlegend ändern, um ihm zu begegnen.

 

Es ist daher wichtig, die Corona-Krise als Chance für einen Wechsel zu verstehen. Das Wiederbeleben der Wirtschaft muss unter dem Gesichtspunkt der Klimaneutralität erfolgen, wenn wir zukünftige Krisen durch den Klimawandel verhindern wollen, die die momentane Corona-Krise als winzig erscheinen lassen würden. Darauf verweist unter anderem auch die dritte Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina zur Covid-19-Pandemie (https://www.leopoldina.org/presse-1/nachrichten/ad-hoc-stellungnahme-coronavirus-pandemie/) und ein Gastbeitrag von Patrick Graichen, Direktor der Denkfabrik Agora Energiewende (https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-04/wirtschaftskrise-coronavirus-wachstum-klimaschutz-doppelstrategie-energiewende).

 

Am 24.4.2020 ist ein von „Fridays für Future“ schon seit langem geplanter weltweiter Klimaaktionstag, um auf die nach wie vor bestehende Wichtigkeit des Klimaschutzes hinzuweisen. Da öffentliche Demonstrationen nicht möglich sind, werden viele Aktionen im Netz stattfinden, darunter auch Informationen rund um den Klimawandel (https://www.youtube.com/channel/UCZwF7J5rbyJXBZMJrE_8XCA/featured). Weiter Infos zum #NetzstreikFürsKlima unter: https://fridaysforfuture.de/netzstreikfursklima/


Dr. Heike Wex, TROPOS & S4F Leipzig, https://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/heike-wex

 

 

Wärmestreifen nach Ed Hawkins, global, 1850-2019. (Die Streifen zeigen die mittleren jährlichen Temperaturen, wobei jedes Jahr durch einen Streifen dargestellt wird. Die Farbskala überstreicht 1.35°C von Dunkelblau nach Dunkelrot.)