Atmosphärische Wolken sind hochgradig instationäre, inhomogene und diskontinuierliche Gebilde, die sich darüberhinaus über verschiedenste Größenbereiche erstrecken können. Weiterhin bestehen starke Wechselwirkungen zwischen wolkenmikrophysikalischen Prozessen (z.B. Aktivierung von Wolkenkondensationskeimen zu Wolkentropfen, heterogene Eisbildung) und Turbulenz. Um diese Wechselwirkungen unter reproduzierbaren, wohldefinierten thermodynamischen (speziell Temperatur und relative Feuchte) Laborbedingungen gezielt untersuchen zu können, wurde am TROPOS der turbulente Leipzig Aerosol Cloud Interaction Simulator (LACIS-T) entwickelt. Es handelt sich dabei um einen Feuchtluft-Windkanal in dem die turbulenten Temperatur- und Feuchtefelder präzise kontrolliert werden können.

Die gewonnen Ergebnisse und Erkenntnisse der Experimente an LACIS-T sind einerseits interessant auf der fundamentalen Prozessebene, werden aber auch helfen die Ergebnisse von in-situ Messungen in atmosphärischen Wolken besser zu interpretieren. Die durchgeführten Untersuchungen werden unser Verständnis bzgl. der Wechselwirkungen zwischen Wolkenmikrophysik und Turbulenz, und damit unser Verständnis von Wolken im Allgemeinen signifikant verbessern.

Das hoch innovative Projekt wurde durch die Leibniz-Gemeinschaft im Rahmes des Paktes für Forschung und Innovation gefördert.

Der turbulente, Feuchtluft-Windkanal LACIS-T im Wolkenlabor the TROPOS, schematische Skizze des Windkanals: © Schulz und Schulz Architekten GmbH; Ingenieurbüro Mathias Lippold, VDI; TROPOS