Interdisziplinäre Aerosolforschung trifft sich in Leipzig
Leipzig, 03.03.2026 – Tilo Arnhold
Revival der "Schwebstofftechnischen Arbeitstagung“ mit breitem Themenspektrum
Leipzig. Am 10./11.03.26 treffen sich über 90 Forschende im Wissenschaftspark Leipzig zur GAeF-START-2026. Die interdisziplinäre Konferenz rund um die Forschung zu luftgetragenen Partikeln widmet sich 2026 einem breiten Spektrum an Themen von der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie über praktische Fragen des Messens und Modellierens, technischer Anwendungen und Gesundheitsauswirkungen bis hin zu den Wechselwirkungen von Aerosolen, Wolken, Strahlung und Klima. Organisiert wird sie von der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) und dem Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS).
In der Luft schwebende Aerosolpartikel beeinflussen das Leben in vielerlei Hinsicht: Infektionen über die Luft, Inhalationstoxikologie und -therapie, Staubbelastung am Arbeitsplatz, klimatische und lokale Wettereinflüsse, Luftchemie, Luftverschmutzung, Tabakrauch, industrielle Produktionsprozesse, chemische und nukleare Sicherheit, Strahlenschutz, Schädlingsbekämpfung und andere. Hinter jedem angewandten Problem im Bereich Aerosole steht eine wissenschaftliche Wissensbasis, die in den letzten hundert Jahren aufgebaut wurde. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Aerosolen in verschiedenen Disziplinen (Biologie, Chemie, Medizin, Physik, Verfahrenstechnik, Meteorologie und andere) erfordert die Interdisziplinarität der Aerosolforschung ein Forum für alle Wissenschaftler, die sich für Aerosolprobleme interessieren.
Dieses Forum will die Gesellschaft für Aerosolforschung bieten, die 1972 als internationale Fachgesellschaft zum Thema Aerosol gegründet wurde und mit aktuell etwa 400 Mitgliedern weiterhin international aktiv ist. Vor Gründung der GAeF fanden bereits seit den 1950er Jahren jährliche Aerosoltreffen unter dem Namen "Schwebstofftechnische Arbeitstagung" statt. Diese jährlichen Treffen wurden seit 2024 mit den START-Konferenzen wiederbelebt. START ist das Akronym für ebendiese SchwebstoffTechnische ARbeitsTagung.
Einer der Höhepunkte der GAeF-START-2026 werden Tandemvorträge von geladenen Referenten sein, die bestimmte Themen aus zwei Perspektiven beleuchten, um die Grenzen der verschiedenen Forschungsbereiche in der Aerosolwissenschaft zu verwischen. So berichten beispielsweise Mitarbeitende von zwei Landesämtern über die Umsetzung der neuen EU-Luftrahmenrichtlinie im Bereich ultrafeiner Partikel und deren Messung an Großmessstationen (sogenannte Supersites), die europaweit in den kommenden Jahren aufgebaut werden müssen. Und zwei Forschende der Universität Leipzig beleuchten die Forschung auf dem Gebiet der "Wechselwirkungen Aerosol-Wolken-Strahlung und Klima-Attribution" aus verschiedenen Perspektiven.
„Die Tagung wird in einem einzigen Sitzungsformat ohne parallele Sitzungen abgehalten, sodass alle die Möglichkeit haben, sich über die neuesten Entwicklungen im gesamten Bereich der Aerosolwissenschaft zu informieren. Das ist uns wichtig, um nicht nur eine hochkarätige wissenschaftliche Konferenz zu organisieren, sondern auch den Austausch zwischen unseren Mitgliedern zu fördern und Forschenden in frühen Karrierephasen eine Bühne zur Verfügung zu stellen“, erklärt GAeF-Präsident Prof. Dr. Andreas Held von der TU Berlin. Dazu gibt es drei Themenschwerpunkte, in denen die Forschenden viele Details aus ihrer Praxis diskutieren werden: Feldkampagnen und Modellierung, Atmosphärenchemie und Emissionen sowie Messtechnik und Aerosoltechnologie. Der wissenschaftliche Austausch wird durch die Verleihung der GAeF-Promotionspreise am Abend des 10. März 2026 abgerundet.
Aerosole spielen für die Forschung des TROPOS eine zentrale Rolle. Deshalb engagieren sich viele der Forschenden auch in der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF). Die GAeF-START-2026 wird lokal durch Dr. Birgit Wehner und Dr. Roland Schrödner von TROPOS organisiert. Die Leipziger Meteorologin Dr. Birgit Wehner wurde 2018 als erste Frau zur Generalsekretärin der GAeF gewählt und hatte dieses Amt bis 2024 Inne. In diese Zeit fiel auch die COVID-19-Pandemie, in der die GAeF sich mit Positionspapieren und offenen Briefen an die Politik gewendet hat, damit wesentliche Erkenntnisse der Forschung zur Ausbreitung der Corona-Viren in der Praxis angewendet werden.
Kontakte für die Medien:
Prof. Dr. Andreas Held
Präsident der GAeF
und Fachgebietsleiter Umweltchemie und Luftreinhaltung am Institut für Technischen Umweltschutz der TU Berlin
Tel. +49-30-314-21978
https://www.tu.berlin/uc/ueber-uns/team
und
Dr. Birgit Wehner
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Team "Partikelneubildung" in der Abteilung Atmosphärische Mikrophysik, Leibniz-Institut für Troposphärenforschung
Tel. +49-341-2717-7309
https://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/birgit-wehner
sowie
Dr. Roland Schrödner
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Abteilung Modellierung Atmosphärischer Prozesse, Leibniz-Institut für Troposphärenforschung
Tel. +49-341-2717-7388
https://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/roland-schroedner
oder
Tilo Arnhold, TROPOS-Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 341 2717-7189
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/
Weitere Informationen und Links:
GAef-START-2026 https://www.info.gaef.de/start2026
Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) https://www.info.gaef.de/
TROPOS: Leitthemen und Leitfragen https://www.tropos.de/institut/forschungsprofil/leitthemen-und-leitfragen
Ansteckungsgefahren aus Aerosolwissenschaftlicher Perspektive (Offener Brief der GAeF an die Politik, 11.04.21) https://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/statements/offener-brief-der-gaef-an-die-politik
Positionspapier der Gesellschaft für Aerosolforschung zum Verständnis der Rolle von Aerosolpartikeln beim SARS-CoV-2 Infektionsgeschehen (07.12.20) https://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/positionspapier-der-gaef-zum-verstaendnis-der-rolle-von-aerosolpartikeln-bei-covid-19
Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 96 selbständige Forschungseinrichtungen verbindet. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen.
Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit.
Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen - u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 21.300 Personen, darunter 12.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Das Finanzvolumen liegt bei 2,2 Milliarden Euro. Finanziert werden sie von Bund und Ländern gemeinsam. Die Grundfinanzierung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) getragen. Das Institut wird mitfinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
http://www.leibniz-gemeinschaft.de