Pressemitteilung, 28 November 2016

Wolken in einer Kammer: Aerosole und Turbulenz

 

Pressemitteilung der Michigan Technological University

 

Wenn es um den Klimawandel geht, dann sind Wolken die große Unbekannte. Atmosphärenphysiker der Michigan Tech nutzen eine Turbulenz-Wolkenkammer, um die Details und das Verhalten der Wolkentröpfchen besser zu verstehen. Für die Bildung von  Wolkentröpfchen werden Kondensationskerne  - winzige Aerosolpartikel - benötigt.

 

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass sauberere Wolken tendenziell größere Wolkentröpfchen haben. Ende November wurde nun in den Proceedings der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA (PNAS) eine Studie aus der Wolkenkammer der Michigan Tech veröffentlicht (DOI: http://www.pnas.org/content/early/2016/11/22/1612686113.full).

Darin konnten Will Cantrell, Kamal Kant Chandrakar, Prof. Raymond Shaw und Kollegen zeigen, dass sauberere Wolken auch eine viel größere Variabilität in der Größe der Tröpfchen haben. Das kann so weit gehen, dass einige groß genug sind, um als Nieselregen zu Boden zu gehen.

“Die Wolkenkammer der Kollegen in Michigan und unser Wolkenlabor in Leipzig ergänzen sich optimal. Durch die Kooperation erhoffen wir uns wichtige neue Erkenntnisse in der Wolkenforschung“, berichtet Dr. Dennis Niedermeier, der an der Studie während seines Gastaufenthaltes in Michigan im Rahmen eines Feodor Lynen-Forschungsstipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung beteiligt war und jetzt am neuen turbulenten Windkanal des TROPOS forscht (im Rahmen eines Rückkehrstipendiums der Humboldt-Stiftung).

Mehr auf English in der Pressemitteilung der MTU: http://www.mtu.edu/news/stories/2016/november/cloud-box-mixing-aerosols-turbulence.html

 

Publikation:

Kamal Kant Chandrakar, Will Cantrell, Kelken Chang, David Ciochetto, Dennis Niedermeier, Mikhail Ovchinnikov, Raymond A. Shaw, and Fan Yang (2016): Aerosol indirect effect from turbulence-induced broadening of cloud-droplet size distributions. PNAS 2016 ; published ahead of print November 28, 2016, doi:10.1073/pnas.1612686113

http://www.pnas.org/content/early/2016/11/22/1612686113.abstract

 

Die Wolke in der Wolkenkammer der Michigan Tech ist turbulent und existiert so lange wie sie von den Forschenden mit Aerosolpartikeln “gefüttert” wird. Foto: Michigan Technological University