C3SAR-Messkampagne in Brandenburg erfolgreich abgeschlossen

Leipzig, 22.09.2026 – Jörg Schmidt

Umfangreiche Messungen der DFG-Forschungsgruppe

 

Nach einer 4½-monatigen Messphase konnte die Kampagne der Forschungsgruppe C3SAR (Cloud 3D Structure and Radiation) erfolgreich abgeschlossen werden. Seit Mitte April hatten zehn beteiligte Institute sowohl am Meteorologisches Observatorium Lindenberg des DWDs (Deutscher Wetterdienst) als auch auf dem DWD-Messfeld in Falkenberg eine Vielzahl von Messsystemen betrieben.

 

An den beiden Standorten kamen über 30 Messgeräte zum Einsatz, darunter mehrere Lidarsysteme und Wolkenradare vom DWD, TROPOS und Universität Leipzig, mit deren Hilfe wolkenmikrophysikalische Eigenschaften bestimmt werden können. Da diese Geräte die Wolkeneigenschaften nur punktuell erfassen, ergänzten weitere Instrumente die Messungen und erfassten die räumlich inhomogene Verteilung der Bewölkung am gesamten Himmel. So wurden zum einen mehrere, vernetzt arbeitende Wolkenkameras betrieben. Zum anderen hat das Messsystem AMUDIS von der Universität Hannover einfallende Strahlung aus verschiedenen Richtungen über den gesamten Himmel bei unterschiedlichen Wellenlängen erfasst.

Die Messungen an den beiden ca. 4 km voneinander entfernten Standorten wurden durch den Betrieb eines Pyranometer-Netzwerks vom TROPOS auf eine Fläche von 10 mal 10 Kilometern ausgedehnt. 45 Pyranometer haben die einfallende solare Strahlung gemessen und damit untersucht, wie sich die Strahlungsverhältnisse innerhalb dieser Messfläche unterscheiden.

Zusätzlich trugen mehrere luftgestützte Messungen zur Kampagne bei. Zum Beispiel hat ein Team der TU Braunschweig eine Drohne mit einem Pyranometer betrieben. Die entsprechenden Daten sind eine wertvolle Ergänzung zu den Messungen des Pyranometer-Netzwerks. Außerdem kam vom TROPOS die Messplattform ACTOS zum Einsatz. Diese wurde von einem Helikopter durch Wolken gezogen und hat deren mikrophysikalische Eigenschaften bestimmt. 

Diese Anstrengungen wurde unternommen, um die Wirkung der dreidimensionalen Gestalt von Wolken auf den Strahlungstransport der einfallenden Sonnenstrahlung besser erfassen zu können. Bisher werden Wolken als homogene Schichten in Wetter- und Klimamodellen dargestellt. Die vielfältigen geometrischen Formen sowie Inhomogenitäten innerhalb der Wolken werden nicht berücksichtigt. Dass dadurch teilweise deutliche Fehler entstehen, ist seit Jahren bekannt. Nun will C3SAR zum ersten Mal diese Fehler quantifizieren, damit diese korrigiert werden können. 

 

Auf dem Messfeld in Falkenberg wurde sowohl der Oceanet-Container mit einem dual-FOV-Ramanlidar vom TROPOS als auch eine Cloudnet-Station, inkl. Wolkenradar, von der Uni Leipzig aufgebaut. Foto: Ben Skodda, DWD

Ein anderer Bereich des Messfelds in Falkenberg. Hier sind u.a. ein Pyranometer (vorn links) und eine Wolkenkamera (vorn Mitte) zu sehen. Foto: Ben Skodda, DWD

Start der Pyranometer-Drohne von der TU-Braunschweig. Foto: Jörg Schmidt, TROPOS

Das Messsystem ACTOS bei der Vorbereitung für einen Messflug. Foto: Jörg Schmidt, TROPOS

ACTOS, gezogen von dem Helikopter. Foto: Jörg Schmidt, TROPOS