16. März 2020 (N78°15', E15°29')
MOSAiC-Flugkampagnen finden vorerst nicht statt. Polarstern-Crew bislang nicht durch Corona-Pandemie beeinträchtigt

Wegen drastischen Reisebeschränkungen und der weiterhin sehr dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie hat sich die MOSAiC-Projektleitung am 13. März dazu entschieden, die geplanten Messflug-Kampagnen im Frühjahr von der Basis der unter norwegischer Verwaltung stehenden Inselgruppe Spitzbergen vorerst auszusetzen. In der Zentralarktis sind derweil drei Eisbrecher für die MOSAiC-Expedition im Einsatz.

Mehr dazu in der Pressemitteilung des AWI > https://www.awi.de/ueber-uns/service/presse-detailansicht/presse/mosaic-flugkampagnen-zur-vermessung-von-atmosphaere-und-meereis-finden-vorerst-nicht-statt.html  und der Universität Leipzig > https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/artikel/vorerst-keine-flugkampagnen-zur-vermessung-von-atmosphaere-und-meereis-2020-03-16/

Archivfoto: Raimund Waltenberg, AWI

14. März 2020 (N84°48', E42°35')
Eisbrecher-Hilfe auf dem Weg nach Hause

„Die Kapitan Dranitsyn hat am 4. März die MOSAiC-Eisscholle mit dem Team von Fahrtanschnitt 2 verlassen und ist am Samstag, 14. März, … auf die Admiral Makarov getroffen. Dieser weitere Eisbrecher aus Russland war aufgebrochen, um die Kapitan Dranitsyn nach ihrer langen Reise durch das arktische Eis mit Treibstoff zu versorgen …“, schreibt das MOSAiC-Team im Blog >  https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_16-03-20/?lang=de

Wir wünschen allen eine gute, schnelle und sichere Heimreise!

Foto: Steffen Graupner, AWI

12. März 2020 (N87°27', E20°20')
Die Sonne ist zurück!

Polarnacht ade! Seit 11:09 Uhr ist die Sonne ist zurück auf der Eisscholle von MOSAiC. Noch versteckt sie sich am Horizont im Schneetreiben eines Tiefdrucksystems, aber die dunkle Zeit ist für die MOSAIC-Expedition in der Arktis jetzt vorbei …
>  https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_12-03-20/?lang=de

Foto: Stefanie Arndt, AWI

03. März 2020 (N78°15', E15°29')
Leipziger Meteorologen bald mit Forschungsflugzeugen unterwegs

Aktuell läuft der Schichtwechsel bei der „MOSAiC“-Expedition mit dem für 14 Monate im Eis eingefrorenen deutschen Eisbrecher „Polarstern“. Während des dritten Expeditionsabschnitts werden unter der Regie des Meteorologen Prof. Dr. Manfred Wendisch von der Universität Leipzig auch wissenschaftliche Missionen mit den Forschungsflugzeugen Polar 5 und Polar 6 stattfinden.

Mehr dazu in der Pressemitteilung der Universität Leipzig: https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/artikel/leipziger-meteorologen-bald-mit-forschungsflugzeugen-unterwegs-2020-03-03/

Das Forschungsflugzeug "Polar 5" des Alfred-Wegener-Instituts auf Spitzbergen. Foto: Tobias Donth, Universität Leipzig

01. März 2020 (N88°16', E31°45')
So weit nördlich wie kein anderes Schiff

Hallo,

so langsam neigt sich meine Zeit hier auf Polarstern und an der MOSAiC-Scholle tatsächlich einem Ende entgegen. Seit Freitagnachmittag liegt die Dranitsyn in einiger Entfernung neben der Polarstern und gestern war Martin auch zum ersten Mal hier. Heute wollen wir das HATPRO kalibrieren und eventuell einen Telecovertest machen. Ich habe letzte Woche noch die Blitzlampen bei unserem Lidar „Arielle“ nach ca. 160 Millionen Schuss gewechselt. Das hat gut geklappt. Und seit ein paar Tagen aktuell hat sie auch endlich wieder wolkenfreie Hochdruckbedingungen.
Der Rest der Instrumente läuft weiterhin gut weiter. Ich habe mich nochmal an das Cimel-Photometer gewagt und versucht, die Schalter, die die Motorumdrehungen regeln sollen, besser einzustellen. Das ist leider eine sehr mühsame Geschichte ... Ich denke wir werden es jetzt diese Mondphase (seit zwei Tagen kann man hier den Mond wieder sehen) wieder so messen lassen und dann muss sich Martin leider damit rumschlagen. Er hat ein paar neue Schalter dabei, ich weiß nicht, ob es sich lohnen würde, sie zu ersetzen.
… In ein paar Tagen werden wir ca. 110 Seemeilen vom Nordpol entfernt auf ein Schiff gehen, das nicht aus eigener Kraft den nächsten Hafen erreichen kann. Natürlich gehe ich davon aus, dass mit der Makarov, einem russischen Eisbrecher, der gechartert wurde um uns entgegen zu kommen und uns mit Treibstoff zu versorgen, alles gut geht und wir entspannt irgendwann in Tromsø ankommen. Aber wie lange wir für den Rückweg brauchen und wann wir dann wieder zuhause sind, ist nach wie vor unklar. Unser Fahrtleiter ist da entspannter: er hat den Kapitän der Dranitsyn gefragt, ob wir auf dem Rückweg nicht einen Abstecher über den Nordpol machen können :-).
Hier sind die nächsten Tage noch Cargo-Operationen zum Umladen der Fracht eingeplant. Die können sich wegen der extrem kalten Temperatur (aktuell -38°C) noch hinziehen … dann geht's Richtung Festland (man vergisst es leicht, wenn man auf dem Eis rumläuft, aber wir sind ja nach wie vor auf einem Ozean).
Ach ja, wir haben auch eine Auszeichnung vom Scott Polar Institute bekommen: So weit nördlich zu dieser Jahreszeit wie wir (24.02.: 88°36'N) war vor uns noch kein anderes Schiff (offiziell zu mindestens :-) ).

Viele Grüße!
Hannes

Hannes und sein Arbeitsplatz: Der OCEANET-Container auf dem Vordeck der Polarstern beherbergt im Innern ein PollyXT-Lidar vom TROPOS sowie auf dem Dach das besagte Cimel-Photometer und diverse meteorologische Geräte. Foto: Ronny Engelmann, TROPOS

01. März 2020 (N88°16', E31°45')
Licht!

„Zusammen mit dem neuen Team ist auch die Dämmerung so richtig eingetroffen. Seit zwei Wochen herrscht sogenannte „nautische Dämmerung“ und seit dem heutigen Sonntag erleben wir die „bürgerliche Dämmerung“, während der die Sonne nur noch sechs Grad unter dem Horizont steht. Die Definition von Letzterer lautet, dass man draußen lesen kann, außerdem können wir die Oberfläche von Schnee und Eis erkennen …“ , schreibt Folke Mehrtens im MOSAiC-Blog. https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_01-03-20/?lang=de

Foto: Folke Mehrtens, AWI

28. Februar 2020 (N88°21', E34°13')
„Sie sind da!“ - Kapitan Dranitsyn erreicht die Polarstern

„Sie sind da! Seit zweit Tagen haben wir Sichtkontakt, und nun ist es soweit: Der Versorgungseisbrecher Kapitan Dranitsyn ist heute nach einer Verzögerung durch schwierige Meereis-Situation in der unmittelbaren Nähe der Polarstern angekommen Der Austausch der beiden Teams von Fahrtabschnitt 2 und 3 steht damit unmittelbar bevor. Es gilt nun, insgesamt 83 Wissenschaftler*innen und Besatzungsmitglieder auszuwechseln…“, schreibt das MOSAiC-Team von der Eisscholle im Blog > https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_28-02-20/?lang=de
Und von Bord der Dranitsyn schreibt Stefanie Arndt, Meereisphysikerin am AWI, bei Twitter: „Geschafft! Unglaublich, aber wir sind endlich bei #RVPolarstern @MOSAiCArctic  - nur 100 NM vom #Nordpol - mitten im Winter der #Arktis. Um 14:17 Schiffszeit haben wir unsere Parkposition erreicht - mit einem euphorischen Applaus auf der Brücke der #KapitanDranitsyn“ > https://twitter.com/arndt_st/status/1233368544819269632

Wir drücken allen die Daumen für die anstrengenden Tage des Umzugs! Und natürlich ganz besonders unseren Lidar-Kollegen Hannes (Abschnitt 2, noch auf der Polarstern) & Martin (Abschnitt 3, noch auf der Kapitan Dranitsyn)!

Die Polarstern - endlich in Sichtweite der Kapitan Dranitsyn. Foto: Michael Gutsche, MOSAiC (https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_28-02-20/?lang=de)

20. Februar 2020 (N88°35', E55°55')
MOSAiC Mondays – Weekly Updates from the Arctic (The Atmosphere: Part 1+2)

Die MOSAiC-Expedition hat sich nicht nur wissenschaftliche ambitionierte Ziele gesetzt, sie will auch dazu beitragen, dass die jungen Generationen mehr über die Arktis und den gravierenden Klimawandel dort erfahren. Dazu gibt es das Education-Modul. Das Education Team kümmert sich darum, Wissenswertes leicht verständlich und interessant aufzubereiten, damit es Lehrer im Unterricht einsetzen können. Die Kolleginnen und Kollegen vom Cooperative Institute for Research in Environmental Sciences (CIRES) in Boulder (Colorado, USA) berichten jede Woche auf Englisch in ihren „MOSAiC Mondays – Weekly Updates from the Arctic“:
https://mosaic.colorado.edu/education/mosaic-mondays

Die Ausgaben vom 24. Februar und 02. März 2020 widmen sich der Atmosphäre und damit auch dem TROPOS-Forschungsgebiet, der Troposphäre:
https://mosaic.colorado.edu/education/mosaic-mondays/mosaic-monday-february-24-2020 & https://mosaic.colorado.edu/education/mosaic-mondays/mosaic-monday-march-2-2020
Eine klare Empfehlung für alle, die etwas Englisch verstehen! Also ab ca. Klasse 5…

„MOSAiC Mondays“ sind die wöchentlichen Infos des Bildungsteams vom CIRES in Boulder (Colorado, USA). Quelle: MOSAiC/CIRES/NSF/AWI

20. Februar 2020 (N51°21', E12°22')
POLARZEIT: EXPEDITION EXTREM - Gespräch & Performance im Naturkundemuseum

Der Leipziger Forscher Ronny Engelmann berichtete von der bisher größten Nordpol-Expedition.
Nachdem im Dezember das Publikum eine Live-Schalte auf das Forschungsschiff „Polarstern“ erlebte, war am 20. Februar nun der Leipziger Forscher zu Gast, der bei der größten bisherigen Expedition zum Nordpol dabei war. Dr. Ronny Engelmann vom Leipziger Leibniz-Institut für Troposphärenforschung berichtete im Gespräch mit Museumsdirektor Dr. Ronny Maik Leder von der Forschung, Eisbären und den extremen Bedingungen der Mission. Das Publikum beteiligte sich mit vielen Fragen am Gespräch.
http://www.schaubuehne.com/programm/polarzeit-expedition-extrem/

Der Leipziger Forscher Ronny Engelmann berichtete am 20.02. im Gespräch mit dem Direktor des Naturkundemuseums von MOSAiC. Foto: Maria Josefa Verdugo, AWI

  • Der Leipziger Forscher Ronny Engelmann berichtete am 20.02. im Gespräch mit dem Direktor des Naturkundemuseums von MOSAiC. Foto: Tilo Arnhold, TROPOS

  • Polarforschung historisch & modern. Links: Fotos von MOSAiC - rechts: ein historischer Anzug aus den Anfangsjahren der DDR-Antarktisforschung. Foto: Tilo Arnhold, TROPOS

  • Der Leipziger Forscher Ronny Engelmann berichtete am 20.02. im Gespräch mit dem Direktor des Naturkundemuseums von MOSAiC. Foto: Tilo Arnhold, TROPOS

17. Februar 2020 (N88°21', E78°40')

Eiskristalle – die Kunst des Winzigen

„Wir sind offensichtlich von Eis und Schnee umgeben, da die Polarstern ja im Eis eingefroren ist. Aber wusstet ihr, dass Eiskristalle auch in der Luft gegenwärtig sind? Diese haben je nach Temperatur unterschiedliche Formen: massive Platten oder Prismen, Säulen, sternförmige Platten, Nadeln oder Dendriten. Ihre Größe und Ausprägung hängen zusätzlich von der Luftfeuchtigkeit ab. Um diesen winzigen Kristalle untersuchen zu können, müssen sie nach dem Sammeln in einem Kunststoff konserviert werden, um einen Abdruck zu produzieren, der dann unter dem Mikroskop fotografiert werden kann, denn sonst würden sie ja wegschmelzen. Zum Größenvergleich ist eine Nähnadel mit abgebildet. Wir interessieren uns für ihre Form, um beispielsweise unsere aktiven Fernerkundungsmessungen der Atmosphäre besser interpretieren zu können, denn die verschiedenen Eiskristalle beeinfluss die Streuung von Licht und Strahlung unterschiedlich“, berichtet Folke Mertens im MOSAiC-Blog. Und unser Kollege Hannes Griesche ergänzt: „Die Fotos der Eiskristalle habe ich mit dem IcePIC (Ice Particle Imaging Camera) von CIRES (Cooperative Institute for Research In Environmental Sciences in Boulder, CO, USA) aufgenommen. Das ist ein Mikroskop, auf dem direkt eine Kamera montiert wird.“
https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_17-2-20/?lang=de

Eiskristalle unter dem Mikroskop. Foto: Hannes Griesche, TROPOS

14. Februar 2020 (N88°2', E80°7')

Abschnitt 2 neigt sich dem Ende

"Es ist eine gute Tradition, dass es von jeder Expedition ein Gruppenfoto aller wissenschaftlichen Expeditionsteilnehmenden gibt. Wir haben uns dafür entschieden, unseres Foto vor unserem eingefrorenen Zuhause, der Polarstern, zu machen: Sie ist unser Schutz während der frostigen Polarnacht und wir möchten uns so bei der Crew dafür bedanken, dass sie sich hervorragend um das Schiff und die MOSAiC-Familie kümmert", schreibt das Team im Blog. https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_14-02-20/?lang=de

Die Teilnehmenden von MOSAiC-Fahrtabschnitt 2 (PS122/2). Foto: Lukas Piotrowski

12. Februar 2020 (N87°54', E86°56')

Ein Lichtschimmer am Horizont!

„Gestern gab es eine wirkliche Veränderung der Lichtbedingungen. Es herrscht jetzt die  sogenannte nautische Dämmerung: Die Sonne steigt zwischen 6° und 12° unter den Horizont … . Dementsprechend kamen gestern jede Menge Menschen auf die Brücke, um den farbenfrohen Himmel zu genießen. Wir freuen uns schon sehr darauf, auch die Sonne selber zu erblicken, die wir nicht mehr gesehen haben als wir Ende November in Tromsø zu unserem MOSAiC-Abenteuer aufgebrochen sind…“, schreibt das Team: https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_12-2-20/?lang=de

Nach Wochen der völligen Finsternis deutet sich mit dem ersten Dämmerlicht das Ende der Polarnacht an. Foto: Ivo Beck, Paul Scherrer Institut (PSI)

02. Februar 2020 (N48°45', E08°14')

MOSAiC in Fernsehen, Radio und Print

02. Februar
Die ARD zeigt exklusiv Videoaufnahmen vom 1. MOSAiC-Fahrtabschnitt bei „W wie Wissen“ im Ersten: https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/arktis-156.html & https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/arktis-video-102.html

12. Februar
Fotografin Esther Horvath spricht im NDR-Fernsehen darüber, wie sie in der Kälte & Dunkelheit mit ihrer Kamera gearbeitet hat und was sie bei der Arbeit antreibt: https://www.ardmediathek.de/ndr/player/Y3JpZDovL25kci5kZS9mMGExMjI2Ni1kMGE0LTRjODItYjU2NS0xMGFjYzZjNDNlMDQ/fotografin-begleitet-polarstern-expedition

13. Februar:
Die Eisscholle von Polarstern erreicht den 88. Breitengrad. Karsten Schwanke berichtet für ARD-alpha über diese Expedition: https://www.br.de/mediathek/sendung/expedition-am-nordpol-av:5dd276f4ebea9c001ad8f003

13. Februar:
„Das Eis ist nicht ewig“ - Tilmann Bünz, Korrespondent in Stockholm, berichtet für die ARD-Tagesthemen im Ersten über MOSAiC: https://www.tagesschau.de/ausland/polarstern-arktis-101.html

14. Februar:
„150 Tage in der Polarnacht“ – Expeditionsleiter Markus Rex vom AWI erzählt eine Stunde lang über MOSAiC bei NDR-Kultur: https://www.ndr.de/ndrkultur/Markus-Rex-war-150-Tage-in-der-Polarnacht,audio636202.html

15. Februar:
„Gefangen im Eis: An Bord der Polarstern. Zwölf Monate der Drift der Schollen ausgeliefert. Ein Exklusiv-Bericht von der größten Arktis-Expedition aller Zeiten“ – Das GEO-Magazin widmet MOSAiC die Titelgeschichte seines März-Heftes: https://www.geo.de/magazine/geo-magazin/39095-geo-nr-03-2020-gefangen-im-eis

15. Februar:
„Diese Frau macht die Flieger fit für die größte Arktis-Expedition aller Zeiten“ - der Stern berichtet übe die „Polar 5“ & „Polar 6“, die im Zentrum der Flugzeugkampagne „MOSAiC Airborne 2020“ stehen, mit denen sich die Universität Leipzig an MOSAiC beteiligt: https://www.stern.de/reise/follow-me/arktis-expedition--diese-frau-macht-die-flieger-fit-fuers-ewige-eis-9125612.html

17. Januar:
Forscher berichtet von AWI-Expedition im ewigen Eis bei ‚buten un binnen‘ von Radio Bremen: https://www.butenunbinnen.de/videos/mosaic-expedition-polar-forschung-100.html

19. Februar:
Arktis-Expedition der Polarstern. ARD-Morgenmagazin im Ersten: https://www.ardmediathek.de/daserste/player/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL21vcmdlbm1hZ2F6aW4vYmExZGMzYzQtODhlMy00MWM5LWFiNDAtNTU5ODg5NTQyMmUw/arktis-expedition-der-polarstern & Interview mit Expeditionsleiter Prof. Markus Rex https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/videos/markus-rex-polarforscher-100.html  

 

 

Im Arktischen Herbst wurde die Eisscholle für die einjährige Drift ausgesucht und im letzten Licht vor Einbruch der Polarnacht mit Messtechnik versehen. Davon berichten jetzt u.a. das Erste und viele weitere Medien. Foto: Ronny Engelmann, TROPOS

31. Januar 2020 (N87°26, E96°28)

Hitzewelle in der Arktis: +25K innerhalb weniger Stunden

Die Forschung rechnet damit, dass es durch den Klimawandel in Zukunft häufiger und stärker Wetterlagen geben wird, die Wärme aus dem Süden in die zentrale Arktis transportieren. Was passiert dann dort vor Ort? Wie verändert das die Wolken und Aerosole in der Atmosphäre? Wie beschleunigen diese Wärmeeinbrüche das Abschmelzen des Meereises? Für die Atmosphärenforschung sind das viele Fragen. Entsprechend gespannt war das MOSAiC-Team Atmos, ob es solche Ereignisse vor Ort erleben und messen kann.

Ende Januar passierte dann das, worauf die Forschenden gewartet hatten: Ein Wärmeeinbruch mit drastischen Temperaturschwankungen in extrem kurzer Zeit – mitten im Polarwinter: „Am frühen Morgen des 28. Januar erlebten wir mit -35.1°C die bisher kälteste Temperatur. Dann stiegen die Werte innerhalb der folgenden 24 Stunden auf unsere ‚normalen‘, ungefähr -25°C an. Aber anstatt so zu bleiben, wurde es immer wärmer bis hin zu unserer maximalen Temperatur auf MOSAiC-Abschnitt 2: Quasi tropische -10.8°C am Morgen des 30. Januar. Anschließend fiel das Thermometer aber innerhalb von nur 17 Stunden sofort wieder auf -35°C. Stellt euch einen Temperatursturz von 25°C auf 0°C in dieser Zeitspanne vor! Die Erwärmung war begleitet von starkem Wind, tiefstehenden Wolken und Schneefall. Wir nehmen an, dass ein über uns durchziehendes Tiefdrucksystem warme Luft von Spitzbergen zu uns geführt hat und die Bewölkung mit ihrem Rückstrahlungseffekt zusätzlich zur Erwärmung beigetragen haben. Team Atmo ist schon dabei, die Daten der Lidar- und Radarmessungen der Wolken zu analysieren, um mehr über ihre Zusammensetzung aussagen zu können“, schreibt Folke Mehrtens im MOSAiC-Blog.

https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_31-01-20/?lang=de

Das aktuelle Wetter mit Luft- und Wassertemperatur, Windgeschwindigkeit sowie Luftdruck gibt es stündlich über die Bordwetterwarte des DWD auf Polarstern:
https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/schifffahrt/maritimberatung/mosaic/polarstern/polarstern_node.html

Die Grafik zeigt, wie die Lufttemperaturen an der Polarstern vom Mittag des 28. bis zum Morgen des 31. Januar sehr schnell angestiegen sind und noch viel schnell wieder zurückgingen: Vom Morgen des 31. Januar bis zum Abend fiel das „Quecksilber“ von -10.8°C auf -35°C. Das sind rund -25K in knapp 18 Stunden! Grafik: MOSAiC-Expedition

26. Januar 2020 (N69°39′, E18°57′)

Ein schönes Bad im Hafen

Hallo zusammen,

Ich bin gut in Tromsø angekommen (auch mit mein Gepäck war pünktlich).

Die letzten beiden Tage waren wir mit Briefing(s), Kleidung und Sicherheitsanweisungen beschäftigt.

Das Wetter ist recht schön (-15C, etwas Wind) und wir haben im Hafen ein schönes Bad genommen .-) … Man versprach uns Tauchanzüge, aber es stellte sich heraus, dass es sich um Flotationsanzüge handelte, so dass wir völlig nass wurden.

Alle haben es jedoch geschafft, sich wieder auf die simulierte (Eis-)Scholle zu begeben, und jetzt sind wir bereit zum Auslaufen.

Hannes hat richtig vermutet, der russische Eisbrecher hatte mit starken Winden und Wellen im Meer zu kämpfen (7BFT+ und ~5-6m) und machte einen kleinen Umweg.

Der neue Plan sieht vor, dass wir morgen an Bord gehen und am Dienstag abreisen, wenn es das Wetter und der Zoll erlauben.

Beste Grüße,

Martin

(28.01.20) Die Teilnehmende des 3. Fahrtabschnitts von MOSAiC haben einige intensive Tage mit letzten Trainingskursen und diversen Briefings in Tromsø hinter sich. Nun warten sie darauf, dass die Kapitan Dranitsyn ablegt. Der russische Eisbrecher wird auch das nächste MOSAiC-Team zur Polarstern bringen und so den Austausch von Forschenden, Logistik und Schiffscrew ermöglichen. Gute Reise!
Foto: Michael Gutsche, MOSAiC (https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_28-01-20/?lang=de)

26. Januar 2020 (N87°25; E94°17)

Eisbär-Besuch, Polarlicht und ein Camping-Ausflug

Hallo Leipzig!

Diesmal auf Englisch (und ins Deutsche übersetzt), damit auch die nicht-deutschsprachigen die Nachrichten lesen können aus ... na ja, ich wollte gerade den Nordpol schreiben. Aber das ist nicht ganz richtig. Aber fast! (155 Nanometer (nm)… nein, 155 Nautische Meilen (NM) sind es nur noch!).

Ich entschuldige mich für das lange Schweigen von meiner Seite. Aber keine Angst, ich bin nicht im arktischen Eis eingefroren. Auch wenn wir gestern Abend einen Campingausflug gemacht haben!

Aber lasst uns früher anfangen. Wir hatten eine ziemlich aufregende Woche in den letzten 7 Tagen. Vor genau einer Woche haben wir bemerkt, dass es in der Nacht einen Eisbärenbesuch gab. Niemand hat ihn gesehen, aber an der Messstelle für die Fernerkundung auf dem Eis gibt es eine automatische Kamera. Und bei einer regelmäßigen Überprüfung dieser Bilder fiel auf, dass ein Instrument eine andere Position hatte als am Tag zuvor. Also überprüften sie alle Bilder, bis sie schließlich den Bären sahen. Aber dieser Bär ist recht freundlich! Er berührte nur das Instrument, das ohnehin defekt war. Vielleicht dachte er, ein sanfter Schlag würde helfen. Auch die Fernbedienung hat er überprüft.

Hier ist, was sie über seinen Besuch geschrieben haben: "Ein großartiges Foto zeigt die Bärenspuren, die sich dem ARM "Swing Set" nähern, das Radiometer unterstützt, die auf die Oberfläche hinunterblicken und die sich ausbreitende kurz- und langwellige Strahlung sowie die Oberflächentemperatur messen. Die Forschenden werden bei ihren täglichen Inspektionen angewiesen, die Oberfläche unter dem Gerät so ungestört wie möglich zu halten. Anscheinend hat der Bär die Botschaft verstanden.  Dieses großartige Foto von Eric Brossier, das am Morgen nach der Durchsuchung des CO durch das Team LOGISTICS aufgenommen wurde, zeigt, dass sich der Bär dem Gerät näherte und dann anhielt. Er ging dann auf die andere Seite, stellte sich auf seine Hinterbeine, um die Radiometer zu untersuchen, und ging zurück, ohne eine einzige Spur unter den Sensoren zu hinterlassen. Obwohl es vielleicht interessant gewesen wäre, die Infrarot-Signatur eines Bärentatzenabdrucks zu betrachten, scheint es, dass dieser Bär für einen Job bei ARM qualifiziert sein könnte, da seine Untersuchung der Strahlungssensoren eine perfekte Vorgehensweise zeigte".

Als nächstes erlebten Dean (ein weiteres Mitglied des Atmos-Teams, das ich als Bärenwächter betreute) und ich vor einigen Tagen etwas Polarlicht. Sie waren ziemlich schwach, aber wir waren trotzdem ziemlich aufgeregt, einige hier oben zu sehen (obwohl ich nicht darüber nachgedacht habe, dass der magnetische Nordpol aus unserer Sicht eigentlich auf der anderen Seite des geographischen Nordpols lieg).

Die Abenteuer gingen am Freitag weiter, als in der Nähe des Schiffes ein Riss entdeckt wurde. Diese Gelegenheit wurde genutzt, um eine Messung zu starten (was offenbar zweimal pro Etappe oder so geschehen sollte), und viele Leute gingen hinaus. Da ich an dieser Angelegenheit hier überhaupt nicht beteiligt war, hier ihr Bericht: "Dies war das lang erwartete "Ereignis": die Chance, die Energie- und Gasflüsse zwischen Wasser und Luft durch das neu gebildete und ältere Eis zu messen. Es erlaubte auch, die Anfangspopulation des neu gebildeten Eises durch eisbewohnende Biota zu untersuchen. Nach einem kurzen Treffen nach dem Mittagessen begannen wir uns sehr schnell, hinauszugehen und das offene Wasser, Eis und Schnee sowie die Luft zu messen und zu beproben. Dies wurde vom Logistikteam, das den Transport und die Bewachung der Bären gewährleistete, stark unterstützt. Zusätzlich führten wir eine spezielle hochauflösende Vermessung des Bleis mit dem helikoptergestützten Laserscanner durch. Dies war eine große interdisziplinäre Anstrengung, um die Geheimnisse der zentralen Arktis im Winter zu entschlüsseln.“

Und dann machten wir gestern Abend den Camping-Ausflug. 20 Personen (einschließlich mir), die meisten von ihnen Wissenschaftler, aber auch ein Teil der Polarstern-Besatzung, gingen hinaus, um eine Nacht in Zelten zu verbringen, etwa einen Kilometer vom Schiff entfernt. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Mein Favorit war eigentlich die Bärenwache, die ich von 1-2 Uhr morgens machte. Dort draußen zu sein, allein und die arktische Nacht fast ungestört zu erleben (es gab noch Licht vom Schiff, aber endlich kein Geräusch mehr!), war beeindruckend. Aber es war auch ziemlich kalt! Wir hatten wirklich gute Schlafsäcke, aber das Problem waren die Matratzen. Einige nahmen zwei, aber ich hatte nur eine, und das war leider nicht genug (wenn ich also ein paar lustige Sachen hier geschrieben habe, liegt das daran, dass ich letzte Nacht fast nicht geschlafen hätte .-) …). Aber vielleicht gehen wir nächstes Wochenende wieder hin, dann nehme ich zwei Matratzen mit! Und der Kaffee am Morgen war köstlich (mit frisch gemahlenen Kaffeebohnen!).

Beim OCEANET-Container läuft bis auf das Cimel alles perfekt. Aber ich habe es endlich geschafft, die Reparatur durchzuführen, die mir die Jungs aus Lille aufgetragen haben. Leider war es nicht gut für die Kabel, den Roboter wieder und wieder und wieder aufzustellen, und ein Kabel ging kaputt. Zum Glück haben wir einige geschickte Elektriker an Bord, die mir beim Löten der Drähte geholfen haben! …

Soweit der Bericht der vergangenen Tage bei MOSAiC. Ich glaube, ich muss jetzt ins Bett gehen. …

Viele Grüße

Hannes

Ein Eisbär hat die Remote Sensing Station auf dem Eis nachts besucht und die Instrumente begutachtet. Das zeigten die Aufnahmen der Überwachungskamera am nächsten Tag. Glücklicherweise hat sich der Eisbär ganz vorsichtig angenähert und nur eine Abdeckung abgerissen ohne weitere Installationen kaputt zu machen. Foto: Marcus Huntemann, AWI ( https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_20-1-20/?lang=de )

  • Sobald Forschungsteams auf dem Eis arbeiten ist eine Bärenwache auf der Brücke. Unterstützt von einem ebenfalls mit Fernglas und über die Infrarotkamera Ausschau haltenden Wissenschaftler haben die Logistik-Teammitglieder die Umgebung im Blick. Sie stehen im Funkkontakt mit allen Gruppen, die auf der MOSAiC-Scholle arbeiten. Foto: Lukas Piotrowski, MOSAiC

  • Am 23. Januar war ein 50 Meter breiter und 1 Kilometer langer Riss im Eis entstanden. Das war ein lang ersehntes „Ereignis“: Die Chance, Energie- und Gasflüsse zwischen Wasser, neuem und altem Eis sowie der Atmosphäre zu messen. Foto: Folke Mehrtens, AWI

  • Wenn sich ein Riss in der MOSAiC-Eisscholle auftut, verschwindet das Eis nicht einfach, sondern taucht an anderer Stelle wieder auf. Wir nennen diesen Vorgang Umverteilung. Die Spur des Schneemobils vom Vortag ist dann plötzlich unter einem Eisrücken verborgen. Foto: Eric Brossier, Polar Yacht Vagabond / MOSAiC

22. Januar 2020 (N87°26, E93°52)

Polarlichter bei MOSAiC

'Ihr werdet auf der MOSAiC-Expedition keine Polarlichter sehen, dafür seid ihr zu weit im Norden', hieß es vorher. Normalerweise tritt dieses Phänomen vor allem in einem schmalen Band um die magnetischen Pole auf. Zu Polarlichtern kommt es, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und diese ionisieren. Dabei entsteht das markante grüne Licht.

Unserem Kollegen Hannes Grische und Dean Howard von der University of Colorado Boulder gelangt jetzt ein besonderer Schnappschuss. Als sie zum Messen von Spurengasen auf der Eisscholle unterwegs waren, bemerkten sie schwache Strukturen am dunklen Himmel, die sich für Wolken untypisch schnell bewegten. „Glücklicherweise hatten wir eine Kamera nebst Stativ dabei und konnten so ein paar Langzeitbelichtungsaufnahmen machen“, berichtet Hannes. Die Fotos zeigen deutlich, dass es hier auf 87° 28‘ Nord Polarlichter gibt!

Der fast senkrechte Strich im oberen Bildteil ist die Leuchtspur eines polumlaufenden Satelliten, die während der Polarnacht besonders deutlich zu sehen sind, da sie von der Sonne angestrahlt werden, während es Boden dunkel ist. Für das Foto mussten die beiden übrigens 25 Sekunden stillstehen – bei -27°C …

 https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_23-1-20/?lang=de

Polarlicht (Aurora Borealis) während der MOSAiC-Expedition auf 87° 28‘ Nord am Morgen des 22. Januar 2020. Hannes Griesche (TROPOS, links) und Dean Howard (University of Colorado Boulder, rechts) während des Messens von Spurengasen auf der Eisscholle. Foto: Hannes Griesche, TROPOS

08. Januar 2020 (N51°21'9", E12°26'5")

Lidar-Daten jetzt online

Die Lidardaten vom TROPOS-PollyArielle im OCEANET-Container aus dem 1. Fahrtabschnitt von MOSAiC sind jetzt online in der TROPOS-Datenbank: http://polly.tropos.de/?p=lidarzeit&Ort=35

Alle Stationen des weltweiten Lidarnetzwerkes PollyNet gibt es unter: http://polly.tropos.de/ sowie http://picasso.tropos.de/

Mehr zu PollyNet, das Teil von ACTRIS ist, unter: https://www.tropos.de/forschung/grossprojekte-infrastruktur-technologie/koordinierte-beobachtungen-und-netzwerke/pollynet

PollyNet. Source: TROPOS.de

05. Januar 2020 (N87°4; E115°19)

Minustemperaturen und Finsternis

… können Hannes Griesche nicht schocken. Die Morgenpost am Sonntag berichtet über die MOSAiC-Expedition.

https://www.tag24.de/nachrichten/arktis-expedition-mosaic-saechsischer-forscher-hannes-griesche-ist-unser-mann-im-ewigen-eis-1341648

01. Januar 2020 (N86°44; E117°36)

Neujahr & nördlichste Silvesterparty der Welt

Frohes neues Jahr!

Wir haben hier heute am Boden fast gefühlte -50°C (bei eigentlichen -31 und mit ca. 10m/s Wind). In der Atmosphäre über uns ist es dagegen noch deutlich kälter: -78°C misst die Radiosonde in 18km Höhe.

Als nächsten Stationspunkt wurde der Nordpol eingetragen und daher wird immer die Distanz dahin angezeigt. Aktuell steht da: 197.45 NM – also Nautische Meilen. Das sind 365km – gemessen an den 4361km bisher nur noch ein Katzensprung .-)

Unsere Zeit ist übrigens Moskauer-Zeit. Wir waren also 2 Stunden vor Deutschland in 2020 und haben tatsächlich mal wieder einen strahlenden Sternenhimmel.

Viele Grüße!

Hannes

 

PS. Neujahr auf Polarstern klingt übrigens so: https://www.awi.de/fileadmin/user_upload/AWI/Expedition/Schiffe/Downloads/Polarstern-Horn2.mp3

Nördlichste Silvesterparty der Welt. Bei 86°38,25N/118°04.06E begrüßte das MOSAiC-Team die neue Dekade. Julia Wenzel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) hatte die Ehre, das Schiffshorn um Mitternacht erschallen zu lassen. Foto: Michael Ginzburg

29. Dezember 2019 (N86°38; E115°52)

Noch 202.22 NM bis zum Nordpol

Hallo in die Heimat,

hier kommt eine kleine Zwischen-den-Jahren-Mail. Viel passiert ist hier in den letzten Tagen jedoch nicht. Wir hatten zweimal Besuch von einem Polarfuchs (anbei ein Foto). Aber obwohl die eigentlich immer in der Nähe von Eisbären unterwegs waren, haben diese sich bei uns noch nicht sehen lassen.

Unser Lidar „Arielle“ hat von mir am 23.12. einen kleinen Weihnachtsputz bekommen. Und gleich am Abend hat sich der Computer neugestartet. Aber seitdem läuft alles wieder wie gehabt. Nur interessante Falle bleiben gerade aus. Wir haben in den letzten Tagen wieder häufiger diese niedrigen Wolken gehabt, so dass es selten Signale von oberhalb 2km gibt. Und wenn doch, dann halte ich die Augen nach Polaren Stratosphärenwolken (PSCs) offen. Aber bisher habe ich nichts dergleichen in den Daten gesehen. Der Rest der Instrumente misst fleißig vor sich hin und das Cimel-Photometer  wartet sehnsüchtig darauf, dass der Mond wieder aufgeht.

Heiligabend hatten wir eine schöne Weihnachtsfeier (die wir als nördlichste der Welt definiert haben), mit Reden vom Kapitän und Fahrtleiter, Besuch vom Weihnachtsmann und Wichtel-Geschenken für alle. 

Am 1. Weihnachtstag gab es dann Ausflüge zu Fuß, oder, wer welche hatte, per Ski (ich konnte mir ein Paar ausleihen und war in der Skiergruppe unterwegs). Silvester steht dann schon die nächste offizielle Feier an, mit Begrüßung des neuen Jahres auf der Brücke.

Einen guten Rutsch ins neue Jahr wünsche ich allen!

Viele Grüße aus dem Eis,

Hannes

Besuch in der Dunkelheit der Polarnacht. Ein Polarfuchs kommt in der Nähe der Polarstern vorbei. In der Regel ernähren sie sich von den Resten, die Eisbären nach der Robbenjagd auf dem Eis zurücklassen und folgen diesen. Diesmal war aber kein Eisbär zu sehen. Foto: Hannes Griesche, TROPOS

24. Dezember 2019 (N86°38; E113°46)

Heiligabend

Das MOSAiC-Expeditionsteam genießt einen fröhlichen Weihnachtsabend an Bord der Polarstern. Der Weihnachtsmann hat uns einen Besuch abgestattet!

Foto: Folke Mehrtens, AWI

21. Dezember 2019 (N86°41;E112°24)

Wintersonnenwende

Ab jetzt werden die Tage länger!

 

Hallo nach Leipzig,

hier kommt ein Update von der Scholle. Im Container konnte ich regelmäßig nachschauen und mein Vorgänger Ronny hat mir alles sehr schön eingerichtet. Ich musste nur eine Software neu starten, damit die ganzen Daten auch in das zentrale Datacenter hier kopiert werden, aber alles andere läuft fein durch und misst.

Gestern Abend haben sich dann endlich die tiefen Wolken verzogen und unser Lidar Polly-Arielle konnte mal wieder Aerosolschichten messen. Und davon gab es zwei den ganzen Abend lang unterhalb von 2 km und eine bei 5km. Und da bin ich mir nicht sicher, aber oberhalb von 11km könnte das stratossphärische Aerosol sein, dass wir hier zuletzt so oft gesehen haben. Die Tropopause ist mittlerweile wieder bei 11km Höhe.

Gestern hatten wir ja den kürzesten unserer nicht vorhandenen Tage und haben den gebührend gefeiert. Dazu gab es Glühwein und der empfiehlt sich in Thermosbechern zu genießen. Sonst ist er angeblich schneller gefroren als ausgetrunken. .-)

Frohe Weihnachtsferien allen!

Viele Grüße,

Hannes Griesche

Foto: Stefan Hendricks, AWI

Messung des TROPOS-Lidars PollyArielle vom 21.12.2019

„Die vielen hohen Wolken bis 11 km zeigen (mal wieder) an, dass die Arktis kein abgeschlossenes System ist. Immer wieder überqueren Luftmassen aus eher mittleren Breiten den Pol. Die stabilen Luftmassen (und eingelagerten Aerosolschichten) weiter unten (unterhalb von 5-6km) sind da wohl schon eher typisch für winterliche arktische Verhältnisse“, interpretiert Albert Ansmann (Leiter der TROPOS-Arbeitsgruppe Bodengebundene Fernerkundung) die Messung vom 21.12.2019. Grafik: Hannes Griesche, TROPOS

19. Dezember 2019 (N86°40; E112°52)

Wechsel von Abschnitt 1 auf 2 abgeschlossen

Der russische Versorgungseisbrecher Kapitan Dranitsyn verließ die MOSAiC-Eisscholle am 18. Dezember 2019 um 14:30 Uhr Schiffszeit (12:30 Uhr MEZ). Damit ist die Versorgung und der Austausch zwischen Leg 1 und Leg 2 abgeschlossen. 

Abreise der Kapitan Dranitsyn. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Folke Mehrtens (CC-BY 4.0)

18. Dezember 2019 (Leipzig/Dresden)

Schichtwechsel am Nordpol in den Medien

Über den Wechsel zwischen Fahrtabschnitt 1 und 2 bei MOSAiC berichten u.a.:

+ Sächsische Zeitung am 19.12.19: "Schichtwechsel am Nordpol" > https://www.saechsische.de/plus/schichtwechsel-am-nordpol-arktis-expedition-mosaic-saechsische-wissenschaftler-tropos-leipzig-5152729.html

+ MDR-Sachsenspiegel am 17.12.19: "Wie Leipziger Forscher in der Arktis am Klima forschen" > https://www.mdr.de/video/mdr-videos/a/video-366150.html

+ MDR-Radio-Sachsen am 17.12.19: "Schichtwechsel auf der Polarstern - Leipziger Forscher im Interview" > https://www.mdr.de/sachsen/leipzig/leipziger-forscher-polarstern-expedition-100.html

Rendesvouz in the Arctic. Photo: Ivo Beck, PSI (CC-BY 4.0)

17. Dezember 2019 (Leipzig)

Performance "POLARZEIT: Expedition extrem"

Zur Performance im Naturkundemuseum Leipzig gab es am Dienstag, 17.12.19, ab 19:30 Uhr auch ein Telefonat mit Ronny Engelmann vom TROPOS aus Leipzig, der im Rahmen der internationalen MOSAiC-Expedition gerade mit dem Forschungseisbrecher Polarstern in der Nähe des Nordpols auf einer Eisscholle durch die Arktis driftet und dabei hilft, der globalen Klimaforschung erstmals begehrte Daten aus der Polarnacht zu liefern.
http://www.schaubuehne.com/programm/polarzeit-expedition-extrem/

Das Kooperationsprojekt "Expedition 4x6" zwischen Naturkundemuseum Leipzig und Schaubühne Lindenfels widmet sich jetzt den Expeditionen in die Eiswelten der Polargebiete. Foto: Tilo Arnhold, TROPOS

Lisa Berger (Schaubühne Leipzig) und Dr. Ronny Leder (Direktor Naturkundemuseum Leipzig) im Gespräch mit Dr. Ronny Engelmann (TROPOS) während der MOSAiC-Expedition in der Arktis - via Satellitentelefon.

Rund 40 Leipzigerinnen und Leipziger erlebten die Polarzeit-Performance der Schaubühne Lindenfels im Naturkundemuseum Leipzig und hörten gespannt beim Telefonat mit der Polarstern in der Arktis zu. (Fotos: Tilo Arnhold, TROPOS)

17. Dezember 2019 (Potsdam)

UFA SHOW & FACTUAL zeigt erstes Material

"Kamerateams der UFA SHOW & FACTUAL begleiten die MOSAiC-Expedition ... exklusiv über den gesamten Zeitraum. ... Abschnitt für Abschnitt stellen UFA SHOW & FACTUAL und das Alfred-Wegener-Institut einige Minuten Material zur Verfügung"

https://www.ufa.de/presse/ufa-show-factual-begleitet-exklusiv-die-groesste-arktis-expedition-aller-zeiten-und-zeigt-nun-erstes-material

Video bei Youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=tTAKzEUl0N0&feature=youtu.be

Foto: Alfred-Wegener-Institut / Stefan Hendricks (CC-BY 4.0)

16. Dezember 2019 (N86°37; E117°52)

Treffen sich zwei Eisbrecher - 270 Kilometer vom Nordpol entfernt

Schichtwechsel am Nordpol

Zu Beginn der zweiten Etappe der einjährigen MOSAiC-Expedition ziehen die Teilnehmer ein erstes Fazit

Mit dem Austausch von Team und Schiffscrew geht die bislang größte wissenschaftliche Expedition in der Zentralarktis in die nächste Phase, um dringend benötigte Forschung am arktischen Klimasystem durchzuführen. Das Team des ersten Fahrtabschnitts, geprägt durch dünnes Meereis, zieht erste Bilanz: Trotz extremer Herausforderungen fließen die wissenschaftlichen Daten zuverlässig. Das neue Team sieht nun der dunkelsten und kältesten Forschungsperiode entgegen: dem bislang unerforschten arktischen Winter.

Mehr in der Pressemitteilung des AWI unter https://www.awi.de/ueber-uns/service/presse-detailansicht/presse/schichtwechsel-am-nordpol.html

 

Gruppenfoto des ersten Teams kurz vor Ende von Leg1. Unser Kollege steht hinten, aber - wie es sich für einen Atmosphärenforscher gehört .-) - ganz oben. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Esther Horvath (CC-BY 4.0)

Rund 100 Personen tauschen die Plätze zwischen dem Forschungseisbrecher Polarstern, der seit Oktober mit dem arktischen Meereis driftet, und dem russischen Versorgungseisbrecher Kapitan Dranitsyn.

  • Polarstern und Captain Dranitsyn treffen sich an der MOSAiC-Scholle für den Austausch zum Start des zweiten Fahrtabschnitts. (Foto: Esther Horvath and Jakob Stark)

  • Nach der Ankunft an der MOSAiC-Scholle mit Captain Dranitsyn besuchen die wissenschaftlichen Teams und die Crew der zweiten Etappe die Polarstern. (Foto: Esther Horvath)

  • Frachtbetrieb auf dem Hubschrauberdeck von Polarstern (Foto: Esther Horvath)

  • Der Austausch zwischen den Schiffen bedeutet eine komplexe logistische Operation, bei der teilweise Fracht über das Eis, teilweise mit den Kränen direkt von Schiff zu Schiff befördert wird. (Foto: Esther Horvath)

  • Das Team Biogeochemie führt am Bohrloch die wissenschaftliche Übergabe durch. (Foto: Esther Horvath)

  • Wissenschaftler im Übergabegespräch auf der MOSAiC-Scholle (Foto: Esther Horvath)

14. Dezember 2019 (N86°36 E118°31)
Erste Filmaufnahmen im Deutschen Fernsehen

"Arktis-Expedition: Erste Filmaufnahmen der "Polarstern"

ARD-Tagesschau und -Tagesthemen zeigen anlässlich der UN-Klimakonferenz COP25 erste Filmaufnahmen aus dem Eis. (Das Erste, 14.12.19, 20:00 & 23:30 Uhr)

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-634023.html

 

Filmcrew bei der Arbeit im Eis. Foto: Esther Horvath, AWI

12. Dezember 2019 (N86°35 E119°17)
UN-Klimakonferenz COP25 in Madrid

Auf Einladung des BMBF gibt es im Deutschen Pavillon auf der UN-Klimakonferenz COP25 ein Side Event "Aerosol-Wolken-Wechselwirkungen in einem sich wandelnden Klima: Chance oder Bedrohung". Expertinnen und Experten, die mittels Live-Übertragungen zu Messstationen an Schlüsselorten auf verschiedenen Kontinenten und zum Forschungsschiff „Polarstern" in der Arktis zugeschaltet sind, stellen den Einfluss sich ändernder Luftverschmutzung auf das Wetter vor Ort und den globalen Klimawandel vor. Via Satelliten-Telefon können wir dabei auch mit unserem Kollegen Ronny Engelmann sprechen.

Mehr Infos unter
https://www.fona.de/de/aktuelles/nachrichten/2019/aerosole_wolken_side_event_cop25.php
&
https://www.tropos.de/aktuelles/veranstaltungen/un-klimakonferenz-2019-cop25

Die MOSAiC-Expedition ist auf der COP25 in Madrid dabei - via Satellitentelefon. Foto: Konstantin Engelbrecht, BMZ

10. Dezember 2019 (N86°32 E120°59)

„Man könnte es also schon fast Nordpol nennen .-)“

Kurz vor Ende des ersten Fahrtabschnittes von MOSAiC konnten wir am Dienstagabend mit unserem Kollegen Ronny Engelmann auf der Polarstern via Satellitentelefon sprechen. Das 5min-Telefonat war ein Test für die Live-Schaltung zu Observatorien weltweit während der UN-Klimakonferenz COP25 in Madrid, wo am Donnerstag in einem Side-Event über das internationale Lidar-Netzwerk PollyNet, die EU-Forschungsinfrastruktur ACTRIS und die Bedeutung von kurzlebigen Klimatreibern wie Aerosolen, Wolken und Spurengasen informiert werden soll.

Dr. Ronny Engelmann vom TROPOS an seinem Arbeitsplatz, dem OCEANET-Container auf der Polarstern während des ersten Fahrtabschnitts der MOSAiC-Expedition. Foto: Esther Horvath, AWI

Telefonat mit Dr. Ronny Engelmann vom TROPOS – z.Z. auf der FS Polarstern in der zentralen Arktis (10. Dezember 2019, 18:00 MEZ)

Telefonat mit Dr. Ronny Engelmann vom TROPOS – z.Z. auf der FS Polarstern in der zentralen Arktis (10. Dezember 2019, 18:00 MEZ)

Wie geht es Dir? Wie ist das Wetter bei Euch?

Mir geht es super. Das Wetter ist heute extrem schön: Wir haben sehr klaren Himmel, leichten Wind und gerade etwa -28°C.

Wo befindet ihr Euch zur Zeit?

Wir sind momentan ungefähr bei 86,5 Grad Nord und auf direktem Weg nach Norden. Man könnte es also schon fast Nordpol nennen .-)

Ist seid dort auf einer Forschungsreise mit einem Schiff, welches viele wissenschaftliche Geräte trägt. Was untersucht ihr dort alles?

Wir sind auf der Expedition MOSAiC. Das ist eine multidisziplinäre Messkampagne, wo es um arktische Parameter geht. Vom tiefen Ozean bis in die hohe Atmosphäre übers Eis über Biologie alles wird vermessen. Dazu gibt es verschiedene Teams und wir gehören zum Team Atmosphäre. Und im speziellen untersuchen wir, wie Aerosole und Wolken transportiert werden.

Das TROPOS ist beteiligt mit mehreren Geräten. Welche sind das?

Wir haben einen Messcontainer mit einem Aerosol- und Wolkenlidar, zwei verschiedene Mikrowellenradiometern, ein bisschen Standardmeteorologie und eine Strahlungsmessstation. Damit wollen wir den Zusammenhang zwischen Aerosolen, Wolken und Strahlung hier festhalten.

Ihr untersucht also die Atmosphäre. Habt ihr schon etwas Besonderes festgestellt?

Hmm, besonders: Man stellt sich die Arktis immer als ursprünglich, also als eine Art Reinluftgebiet vor. Aber so ist es nicht. Wir sehen die ganze Zeit Aerosolschichten in 7 bis 14 Kilometern Höhe, die aus südlichen Breiten antransportiert werden. Und am Boden, wenn man Wolken hat – und wir haben oft ziemlich viele Wolken - , ist die Luft sehr sauber, weil die Wolken das alles auswaschen. Wenn wir aber wie z.B. die letzte Woche ziemlich wenig Wolken haben, kann man sehen wie kontinentale Verschmutzung z.B. aus Waldbränden nach Norden in die Arktis driftet, wo man das dann hier messen kann. Das ist speziell.

Also seid ihr gar nicht so weit weg von uns: Wir schicken zur Zeit unsere Abgase zu Euch…

So könnte man das sagen, ja. Es ist aber auch nicht ganz einfach herauszufinden, von wem das stammt weil wir hier ja Wettermodelle haben, aber keinen Live-Zugang zu den Trajektorienberechnungen. Deshalb ist es noch viel Arbeit herauszubekommen, wo das eigentlich alles herkommt.

Wie ist der Plan? Wie lange soll Eure Forschungsreise gehen?

Diese Messkampagne dauert ja ein ganzes Jahr. Ich bin jetzt auf dem ersten Abschnitt dabei. Insgesamt gibt es 6 Abschnitte bis Oktober nächstes Jahr. Wir wollen alle Jahreszeiten am Nordpol erfassen. Mein Abschnitt selber wird ziemlich bald enden, da wir demnächst Ablösung bekommen mit einem anderen Schiff. Das ist noch ungefähr 100 Meilen entfernt und wird eventuell morgen – wenn es gut läuft – am Horizont auftauchen. Dann wird ein bisschen umgeladen, dann werden wir Personal austauschen und dann fahren, glaube ich, alle auf diesem Schiff bis auf 5 Leute zurück.

(Die Fragen stellten Dr. Dietrich Althausen und Tilo Arnhold.)

 

 

8. Dezember 2019 (Leipzig/Tromsø/Arktik)

Neue Ausrüstung und Ablösung unterwegs

Sensoren für den großen TROPOS-Fesselballon „BELUGA“ unterwegs zu MOSAiC

Für den kommenden Einsatz des TROPOS Fesselballons „BELUGA“ auf der MOSAiC Expedition von April bis Juni 2020, sind nun auch die Instrumente zur Erforschung der atmosphärischen Grenzschicht in der Arktis auf dem Weg ins Eis. Auf dem ersten Versorgungseisbrecher „Kapitan Dranitsyn“ werden die Sensoren zur Messung von Aerosolen, Turbulenz und Strahlung zur eingefrorenen Polarstern gebracht. Mit dabei ist auch das Ergebnis intensiver Entwicklungsarbeiten des TROPOS: zwei neue Plattformen „CAMP 1 & 2“, die mittels hochsensibler Instrumente selbst geringste Konzentrationen an Ruß sowie weitere Aerosol-Eigenschaften messen können. Christian Pilz, TROPOS

BELUGA-Ausrüstung vor dem Abtransport. Foto: Tilo Arnhold, TROPOS

Im November gingen vom TROPOS in Leipzig aus mehrere Kisten nach Tromsø (Norwegen). Von dort bringt sie ein russischer Eisbrecher zur Polarstern damit die Technik dann im Frühjahr 2020 auf dem Eis eingesetzt werden kann. Fotos: Tilo Arnhold, TROPOS

Mit der „Kapitan Dranitsyn“ ist Ende November in Tromsø (Norwegen) auch ein Kollege aus unserer Lidargruppe gestartet, der den jetzigen Betreuer des OCEANET-Containers ablösen wird. Der Eisbrecher wird an der Polarstern für ca. 13.12. erwartet.

  • Foto: Folke Mehrtens, AWI

  • Foto: Folke Mehrtens, AWI

  • Foto: Folke Mehrtens, AWI

7. Dezember 2019 (N86°9 E122°9)

Winterstürme und völlige Finsternis

„Bis einschließlich gestern herrschte hier ein paar Tage lang ein starker Wind mit Schneedrift und geringen Sichtweiten. Um die Arbeit auf dem Eis zu erleichtern und den Weg nach Hause zu beleuchten, werden die drei Scheinwerfer von Polarstern eingesetzt.“ https://follow.mosaic-expedition.org/

Die Polarstern in der Polarnacht. Inzwischen herrscht rund um die Uhr totale Finsternis. Bis mittags eine Andeutung von Dämmerung zu erahnen ist, wird noch über ein Monat vergehen, bis sich wieder die Sonne am Horizont zeigen wird, noch deutlich länger. Die Temperaturen sinken unter -30°C – im Schneesturm mit Windchill-Effekt weit unter -40°C. Foto: Esther Horvarth, AWI

6. November 2019 (N85°55; E116°43)

Arbeit in der Polarnacht

„Unsere Schiffsuhren stehen derzeit auf UTC+8. Damit sind wir der mitteleuropäischen Zeit sieben Stunden voraus. Wir werden von nun an jede Samstagnacht die Uhren zurücksetzen bis wir UTC +3 erreicht haben. Das ist die Moskauer Zeit, nach der auf dem Eisbrecher Dranitsyn, das nächste Versorgungsschiff, gelebt und gearbeitet wird.“ https://follow.mosaic-expedition.org/

Die Polarstern in der Polarnacht. Die großen Bordscheinwerfer bringen etwas Licht ins Dunkel. Vorn auf dem Deck stehen diverse Messcontainer, darunter auch der OCEANET-Container vom TROPOS – zu erkennen am grünen Licht des Lasers, das von der Dachluke des Containers reflektiert wird. Der Laserstrahl des Lidars selber ist nicht zu erkennen, weil die Luft am Boden hier sehr sauber ist und die Bordscheinwerfer der Polarstern deutlich heller sind. Foto: Esther Horvarth, AWI

25. Oktober 2019 (N85°26 E127°50)

Polarnacht & Wetter

Polarnacht

Die Polarnacht ist auf der MOSAiC-Eisscholle eingekehrt. Dunkelheit prägt das Bild da die Sonne nicht mehr über den Horizont kommt. Statt dessen gibt es in der Mittagszeit nur noch wenig Restlicht wie in der Heimat weit nach Sonnenuntergang am Ende der Dämmerung.

https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_25-10-19/?lang=de

Die Scholle triftet jetzt immer mehr nach Nordwesten Richtung Spitzbergen: https://www.awi.de/fileadmin/user_upload/MET/PolarsternCoursePlot/psobse.pdf 

 

Wie ist das Wetter auf FS Polarstern in der Arktis gerade?

Die aktuellen Daten zu Temperatur, Niederschlag und Wind gibt es jetzt auch stündlich beim Norwegischen Wetterdienst - inkl. Vorhersage: https://www.yr.no/en/forecast/daily-table/0-82/Polarstern

Mehr dazu in den PolarPredictNews auf Englisch: https://www.polarprediction.net/news.html

Diese Daten stammen von der Bordwetterwarte der Polarstern, die vom Deutschen Wetterdienst (DWD) betrieben wird. Die aktuellen Wetterdaten sind auch online
beim DWD https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/schifffahrt/maritimberatung/mosaic/polarstern/polarstern_node.html
und AWI https://www.awi.de/nc/forschung/langzeit-beobachtung/atmosphaere/polarstern-eisbrecher.html

 

Die Polarstern in der Polarnacht. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Esther Horvath (CC-BY 4.0)

04. Oktober 2019:
MOSAiC-Expedition startet Eisdrift auf einer Scholle bei 85 Grad Nord und 137 Grad Ost

Das MOSAiC-Team hat die Scholle festgelegt, die Ausgangspunkt für die einjährige Eisdrift mit dem deutschen Forschungseisbrecher Polarstern vorbei am Nordpol sein wird. Vorausgegangen ist eine intensive Suche per Satellitenbildern und Helikopter-Überflügen im Zielgebiet in der zentralen Arktis, die durch den vom Arktischen und Antarktischen Forschungsinstitut Russlands (AARI) betriebenen Eisbrecher Akademik Fedorov unterstützt wurde. Die beteiligten Wissenschaftler hatten 16 Schollen genauer untersucht, deren Satellitenaufnahmen vermuten ließen, sie wären groß genug für das Forschungscamp. Während einer Zusammenkunft auf der Polarstern werteten sie schließlich die Ergebnisse aus und einigten sich darauf, die Eisdrift auf einer etwa 2,5 mal 3,5 Kilometer messenden Scholle bei 85 Grad Nord und 137 Grad Ost vorzubereiten. Die Scholle, an der sich die Polarstern nun festfrieren lässt, driftet derzeit bis zu 10 Kilometer pro Tag in unterschiedliche Richtungen.

Mehr dazu unter: https://www.awi.de/ueber-uns/service/presse-detailansicht/presse/eine-festung-aus-eis-und-schnee.html

 

Erste Forschergruppe auf der Scholle (Foto: Esther Horvath, AWI)

22. September 2019:
Auf dem Weg ins Packeis

Polarstern ist unterwegs in die nordöstliche Arktis. Die Vorbereitungen für die Arbeiten auf der Eisscholle laufen während dieser Transferfahrt auf Hochtouren. In der Barentsee boten sich nachts spektakuläre Anblicke von Nordlichtern, der Aurora Borealis:  https://follow.mosaic-expedition.org/blog/mosaic_22-09-19/?lang=de
Für unseren Lidarexperten ein seltener Anblick: Das grüne Licht des Lasers aus unserem OCEANET-Container trifft auf grüne Polarlichter.

 

"Leinen Los für MOSAiC Leg 1" - der erste Post im Polarstern-Blog von Marcel Nicolaus (AWI) vom 22.09.2019: https://blogs.helmholtz.de/polarstern/2019/09/leinen-los-fuer-mosaic-leg-1/

Mehr zum tagesaktuellen Geschehen auf Polarstern unter https://follow.mosaic-expedition.org/

 

Foto: Alfred-Wegener-Institut / Stefan Hendricks

Abschiedsparty zum Auslaufen der FS Polarstern in Hafen von Tromsø (Norwegen) am 20.09.2019

  • Foto: Ronny Engelmann, TROPOS

  • Foto: Alfred-Wegener-Institut (CC-BY 4.0)

  • Foto: Andreas Macke, TROPOS

  • Foto: Alfred-Wegener-Institut (CC-BY 4.0)

  • Foto: Alfred-Wegener-Institut (CC-BY 4.0)

  • Foto: Alfred-Wegener-Institut (CC-BY 4.0)

  • Foto: Alfred-Wegener-Institut (CC-BY 4.0)

  • Foto: Alfred-Wegener-Institut (CC-BY 4.0)

  • Foto: Alfred-Wegener-Institut (CC-BY 4.0)

  • Foto: Alfred-Wegener-Institut (CC-BY 4.0)

  • Foto: Alfred-Wegener-Institut (CC-BY 4.0)

  • Foto: Alfred-Wegener-Institut (CC-BY 4.0)

20. September 2019:
Abfahrt der Polarstern

Meldungen und Medienberichte zum Start:

Radiointerview auf detektor.fm mit Prof. Dr. Andreas Macke, zum Interview "Die größte Arktis-Expedition der Geschichte", 19.09.2019

Bericht im Tagesspiegel, zum Artikel "Eiskalte Forschung Warum Wissenschaftler den Winter in der Arktis verbringen", 18.09.2019

Bericht in der sächsischen Zeitung, zum Artikel "Sachsen lassen sich am Nordpol einfrieren. Heute beginnt Mosaic, die größte Arktis-Expedition aller Zeiten. Sächsische Forscher sind dort mit dabei - und auch die SZ", 20.09.2019

In Tromsö werden die letzten Container verladen. Der weiße OCEANET-Container von TROPOS (rechts in der Mitte) steht bereits auf dem Deck. Foto: Esther Horvarth, AWI

26. August 2019:
Abtransport Container & Ausrüstung

Jetzt geht’s los! Unser OCEANET-Container mit PollyNet-Lidar & anderen Geräten hat heute Leipzig verlassen. Ziel: Tromsö.

https://twitter.com/TROPOS_de/status/1166004044768456704

Foto: Tilo Arnhold, TROPOS

Vorbereitungen

Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) wird sich federführend an zwei zentralen Messungen der MOSAiC-Kampagne beteiligen: Zum einen wird der OCEANET-Fernerkundungscontainer für die gesamte Eisdrift kontinuierlich die vertikale Aerosol- und Wolkenverteilung mittels Lidar, Radar und Mikrowellenradiometern erkunden. Zum anderen wird ein 90 Kubikmeter großer Fesselballon auf den Abschnitten 4 und 5 im Sommer 2020 mehrere Messsysteme bis in 1500 m Höhe bringen, um die arktische Grenzschicht möglichst genau auszumessen. TROPOS ist außerdem in die Fahrtleitung des Expeditionsabschnitts 5 eingebunden: Fahrtleiter dieses Abschnitts werden Prof. Dr. Dieter Wolf-Gladrow vom AWI und TROPOS-Direktor Prof. Dr. Andreas Macke sein.

siehe Pressemitteilung vom 27. Juni 2018

 

Von Mitte Januar bis Mitte Februar 2019 fand an der TROPOS-Station Melpitz bei Torgau eine Feldkampagne, die zur Vorbereitung auf die MOSAiC-Expedition diente.

siehe auch Kampagnenbericht von Februar 2019 und Video zu den Probemessungen von MDR Wissen

 

Im Winter hat das Leipziger Team in Melpitz den Auf- und Abbau des Fesselballons samt der daran angehängten Messtechnik geprobt. Foto: Tilo Arnhold, TROPOS

Ein Jahr eingefroren im Nordpolarmeer

MOSAiC - Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate

Es wird die größte Arktisexpedition aller Zeiten: Ab Herbst 2019 driftet der deutsche Forschungseisbrecher Polarstern eingefroren durch das Nordpolarmeer. Auf der MOSAiC-Expedition erforschen Wissenschaftler aus 19 Nationen die Arktis im Jahresverlauf. Sie überwintern in einer Region, die in der Polarnacht nahezu unerreichbar ist. Allein die Naturgewalt der Eisdrift bietet ihnen diese einmalige Chance. Auf einer Eisscholle schlagen sie ihr Forschungscamp auf und verbinden es mit einem kilometerweiten Netz von Messstationen.

Kaum eine Region hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so stark erwärmt wie die Arktis. Ziel der Expedition ist es daher, den Einfluss der Arktis auf das globale Klima besser zu verstehen. Sie wird damit ein Meilenstein für die Klimaforschung, ihre Daten wertvoll für Generationen sein. Die Mission unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts ist verbunden mit noch nie dagewesenen Herausforderungen. Eine internationale Flotte von Eisbrechern, Helikoptern und Flugzeugen versorgt das Team auf dieser extremen Route. Nur mit geeinten Kräften kann die Expedition gelingen.

Trailer zur MOSAiC-Expedition des Alfred-Wegener-Instituts

Erstmals wird der Forschungseisbrecher Polarstern eingefroren durch die zentrale Arktis driften. Archivfoto (Polarsternexpedition ANT-XXIX/6 2013): Alfred-Wegener-Institut/Stefan Hendricks

Die MOSAiC-Expedition des deutschen Forschungseisbrechers Polarstern. Karte: AWI/BMBF